70. Chamer Volksfest - Totengedenken und Festgottesdienst
Impressionen - Fotost + Bericht: Benjamin Franz
     
 
 
 
 
 
Der Volksfestverein gedenkt seiner verstorbenen Mitglieder    
Auf dem Chamer Friedhof, am Grab von Hans Eder gedachte der Volksfestverein Cham seiner verstorbenen Vereinsmitglieder und Festwirte. Ein Blumenschale wurde niedergelegt und ein Grablicht entzündet. „Aus Dankbarkeit für die geleistete Arbeit wird das Andenken gepflegt.“, sagte Volksfestpräsident Sepp Altmann und verlas die verstorbenen Mitglieder und Festwirte. „Was ein Mensch an Gutem gibt geht nicht verloren, auch nicht im Tod.“, zitierte Altmann, „Möge der Herrgott unseren Verstorbenen
 

vergelten, was sie zu Lebzeiten dem Volksfestverein und somit den Menschen in unserer Stadt Gutes getan haben.“. Die Kolpingsmusik, unter der Leitung von Andreas Sperlich, sorgte mit passender musikalischer Begleitung für den andächtigen Rahmen auf dem Chamer Friedhof.

Altmann lud die Anwesenden ein, anschließend den Festgottesdienst im Bierzelt zu besuchen.

 
 
 
 
 
 
 
Festgottesdienst im Bierzelt    

Der Glockenturm fehlt am Bierzelt, kein Geläut, dass die Pfarrgemeinde zur Messfeier einlädt und trotzdem kamen viele am Sonntagmorgen zum Festgottesdienst ins Bierzelt. Eine Premiere für das Chamer Volksfest. Da wo Freitagabend noch das erste Fass von der Bürgermeisterin angezapft wurde, prangte ein Kruzifix auf der Bühne. Das Festbüro im Zelt wurde in die Sakristei verwandelt, in dem sich die beiden Ministranten und Pfarrer die Messgewänder anlegen konnten. Stadtpfarrer Dieter Zinecker ist bereits im Urlaub und so hatte sich Günter Lesinski bereiterklärt den Gottesdienst zu leiten.

Lesinski ist Direktor des Diözesanexerzitienhauses in Werdenfels und gebürtiger Chamer. „Das erste Chamer Volksfest habe ich vermutlich vor 50 Jahren erlebt. Für mich als Kind kam das Volksfest gleich nach Weihnachten. Ich hätte damals nie gedacht das ich Jahrzehnte später, zum

 

70. Geburtstag des Volksfestes, einen Festgottesdienst hier leiten würde.“, beginnt Lesinski die Messfeier im Bierzelt. Hinter ihm statt Hochaltar das Brauereilogo, vor ihm zwei brennende Kerzen und ein Blumengesteck auf dem Altartisch.
Die wundersame Brotvermehrung war das Leitmotiv der Predigt. „Jesus hat auch ein Volksfest organisiert, vor 2000 Jahren. Allerdings sind wir zu diesem Fest jeden Sonntag geladen.“, erinnert Günter Lesinski. Volksfest Präsident Sepp Altman trug Lesung und Fürbitten vor.
Die Kolpingmusik sorgte für erhebende Kirchenmusik. Zwar sind viele Sitzplätze im Zelt am Sonntagmorgen leer geblieben, aber die gut 500 Gottesdienstbesucher würden so manche Kirche beeindruckend füllen. Sollte sich die Messe im Festzelt bei den Chamern künftig etablieren, kann vielleicht doch über einen Glockenturm nachgedacht werden.