Showbands
Partystimmung und anspruchsvolle Unterhaltung - Fotos und Bericht Benjamin Franz
     
     
Auftakt nach „Mass“

Die Charly-M Band ist den Chamern schon bekannt, hat- ten doch die acht Musiker schon im letzten Jahr für Par- tystimmung im Chamer Festzelt gesorgt. Offenbar ist der Auftritt eindrucksvoll in Erinnerung geblieben, denn zum Comeback beim Frühlingsfest-Start platzte das Festzelt aus allen Nähten. Die Oktoberfesterfahrenen Stimmungs- garanten zogen sämtliche Register und bedienten sich aus einem breiten Spektrum populärer Musik.Ob Tekkno, Hea- vymetal, oder Alpenrock, die Charly-M Band versteht es die bekannten Vorlagen bierzelttauglich aufzubereiten. Mit Hits wie „We not speak americano.“ die auch in sämtlichen

 
Großraumdiscos nicht mehr wegzudenken wären, verwan-delten sie die meisten Biertische im Zelt in wackelige Tanzflächen. Der Trend bei den jungen Gästen das Dirndl oder die Lederhose aufzutragen, setzt sich auch in diesem Jahr wieder fort. Was man beim ersten Blick als Hang zu alten Traditionen deuten mag, entpuppt sich in Anbetracht der modernen Popmusik und den allgegenwärtigen „Table-Dances“ wohl nur als bloße Verkleidung. Das Zelt ist über- voll und auch trotz Nieselregen drängten sich zwischen den Fahrgeschäften die Besuchermassen. Für den Chamer Volksfestverein, die Festwirte und Schausteller ein Auftakt nach „Mass“

 

 

     
Junges Publikum und betagte Altmeister  

Fragt man den erfahrenen Festbesucher, die seit Jahrzehn- ten regelmäßig Frühlings- und Volksfeste in Cham besuch- en wird der Wandel augenscheinlich. „Junge Gesichter wohin das Auge blickt“. Auf dem Festgelände und an den Fahrgeschäften drängen sich überwiegend Schüler und Ju- gendliche. Lederhosen und Dirndl, ein Trend der sich bei dem Besuchern auch in diesem Jahr weiter fortsetzt, ist längst auch kein Indiz mehr, dass auf konservative Genera- tionen schließen lässt. Tracht ist auf dem Festplatz „voll angesagt“. Speziell bei den Altersgruppe die noch vor Jah- ren darauf wert gelegt haben, dass in der Lieblingsjeans auf Kniehöhe große Löcher klaffen. Mit tadellosen Lederhosen und blaukarierten Trachtenhemden stehen Tobias (11) und Lukas (8) am Schießstand. Ein Schaugewerbe, dass vor einem halben Jahrhundert nicht anders ausgesehen haben dürfte vermag immer noch auch die ganz Jungen an zu locken. Das Laden der Luftdruckwaffe muss der große Bruder erledigen. Das Schießen kann Lukas selbst. Die zielsicheren Burschen aus Furth im Wald räumen ganz schön ab während die Eltern im Festzelt sitzen. Da steht ein Musiker auf der Bühne der mit seinen 79 Lenzen sicher

 

den Altersrekord auf dem Festgelände für sich beanspruch- en kann. Paul Würgers ist ein Urgestein des deutschen Rock´n´ Roll. Er spielt Gitarre seit 1946 und stand mit Paul Anka und Chubby Checker im Studio. Seine „Bigstay“ Gi- tarre ist ramponiert und in die Jahre gekommen. Wenn er auf der Bühne im Chamer Festzelt, die Klassiker wie „Ma- ry, Mary Lou“, oder „Twist Around the Clock“ aufleben ist von Altermüdigkeit aber nichts zu hören. Ohne Lichtanla- ge, ohne Kunstnebelschwaden oder Showklamauk liefert „Paul Würges and his rocking Allstars“ einfach nur sehr vir- tuose Unterhaltungsmusik. Zwar steht kaum junges „Feier- volk“ auf den Tischen aber das Zelt ist voll.

Am Autoscooter sammelt sich traditionell die Vorführer- schein Generation. Wer selber tagtäglich im Auto sitzt und geübt ist Kollisionen aus dem Weg zu gehen, mag sich der wilden Jagd in den Boxautos nicht aussetzten. Die Crash- Kids aber scheinen immer jünger zu werden, oder ist das eine ganz natürliche Wahrnehmung? Denn vielleicht ent- steht der Eindruck auch nur weil wir alle ja bekanntlich auch nicht jünger werden. So drückt man dem Nachwuchs gerne Kleingeld in die Hand und genießt es nicht mehr jeden Ner- venkitzel durchleben zu müssen.